Mit dem Nachtbus durch Ludwigshafen

eingetragen in: Allgemein | 0

Ein Beitrag von Andre, Jochen, Linus, Vanessa und Jana

16 Dezember 2016- 21.22 Uhr- Berliner Platz, der Startpunkt unserer Busfahrt. Wir nehmen den Bus Nummer 97 mit der Endstation Oppau. Wir, dass sind Andre, Jochen, Linus, Vanessa und Jana. Alle fünf studieren wir Soziale Arbeit an der Hochschule Ludwigshafen und haben uns im Rahmen unserer Aisthesisveranstaltung mit dem Titel „Stadt bei Nacht“ für eine, beziehungsweise zwei Fahrten mit dem Nachtbus entschieden. Unsere Fragestellung war, wer eigentlich warum mit dem Nachtbus fährt und wie die Menschen die einstige doch so glänzende Industriestadt bei Nacht wahrnehmen. Natürlich hofften wir auch auf ein paar spannende und witzige Geschichten, die der eine oder andere vielleicht schon mal im Nachtbus erlebte.

Was wir erlebten, waren viele Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft, die aus unterschiedlichsten Gründen mit dem Nachtbus fuhren. Viele davon sind jedoch auf den Nachtbus angewiesen und würden ohne diesen nicht nach Hause kommen.

Über Schichtarbeiter, Adler-Fans und Partygänger war alles mit dabei. Einige davon sehr kommunikativ, die anderen eher weniger. Auch die Stimmung im Bus war unterschiedlich, feucht fröhlich bei den Partygängern, ausgelassen und glücklich über den Heimsieg bei den Adler Fans und sehr ruhig, weil viele Arbeiter nach ihrer anstrengenden Schicht einfach nur noch nach Hause wollten.

Während der Bus am Berliner Platz sehr voll war, wurde der Bus Richtung Oppau immer leerer, denn viele Leute verließen den Bus, aber nur wenige neue Fahrgäste stiegen hinzu.

An der Endhaltestelle angekommen hieß es aussteigen und warten, bis der Busfahrer die Rückfahrt antritt. Wir erhofften uns in der Pause ein kurzes Gespräch mit dem Busfahrer, um auch einen Einblick auf seine Sicht bekommen zu können. Trotz netter Nachfrage hatte er jedoch leider kein Interesse sich kurz mit uns zu unterhalten, was wir wirklich unglaublich schade fanden.

Auf unserer Rückfahrt, also von Oppau rein in die Stadt zum Berliner Platz, war der Bus nicht mal zur Hälfte besetzt. Bis auf eine Gruppe von jungen Leuten, welche zum Party machen in die Innenstadt fuhren und wenigen anderen Fahrgästen war nicht viel los.

Um einen Vergleich zwischen Wochenende und Wochentags zu bekommen, beschlossen wir noch einmal um die gleiche Uhrzeit den gleichen Nachtbus zu nehmen. Also machten sich am 7. Februar 2017 nochmals zwei unserer Gruppe auf, um mit dem Nachtbus Nr. 97 zu fahren.

Und tatsächlich gab es Unterschiede, denn unter der Woche waren deutlich weniger Fahrgäste im Bus, der Altersdurchschnitt um einiges höher und die Fahrgäste waren distanzierter und leider wenig kommunikativ. Sodass, es um einiges schwerer war mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Jedoch war nun glücklicherweise der Busfahrer bereit uns ein kurzes Interview zu geben, wie er selbst die Busfahrten wahrnimmt. Auch er bestätigt uns, was wir selbst schon wahrgenommen haben, beziehungsweise andere Fahrgäste uns schon mittteilten. Unter der Woche ist es viel ruhiger und entspannter- auch für ihn, während am Wochenende viele Alkoholisierte, nach seiner Angabe zumeist junge Leute mit dem Nachtbus fahren, die nicht selten viel Schmutz hinterlassen. Teilweise sei es bei seinen Kollegen sogar schon vorgekommen, dass diese die Security rufen mussten, weil sich Betrunkene oder Randalierer weigerten, den Bus, selbst nach mehrmaliger Aufforderung, zu verlassen.

Damit wir auch denjenigen, die nicht dabei waren oder gewöhnlich auch nicht mit dem Nachtbus fahren, einen Eindruck vermitteln können, wie die Atmosphäre und Stimmung während unserer Fahrten war, haben wir während unserer ersten Busfahrt die Fahrt gefilmt und die Gespräche aufgezeichnet und daraus ein kurzes Video mit Ausschnitten aus unserer Fahrt gezaubert- aber seht selbst! Viel Spaß dabei!